Ich schreib dir sieben Jahre by Liz Balfour

Ich schreib dir sieben Jahre by Liz Balfour

Autor:Liz Balfour [Balfour, Liz]
Die sprache: de
Format: mobi, epub
veröffentlicht: 2012-08-05T16:08:54+00:00


COUNTY CORK PFERDESCHÜTZER

HELFEN SIE UNS, DEN AUSGESETZTEN TIEREN WIEDER EINE HEIMAT ZU GEBEN!

Darunter ein kleiner gedruckter Informationstext, den ich gar nicht mehr durchlas. Dafür schämte ich mich viel zu sehr. »Oh nein«, seufzte ich.

»Ich bin einer von den Guten, weißt du?«, sagte Eoin.

»Bei uns in England schießen die Guten so selten Pferde ab«, murmelte ich zerknirscht.

»Das war ein Betäubungsschuss. Und der Mann, der ihn damals abgegeben hat, war ein Tierarzt, der genau wusste, was er tat. Mit dem habe ich auch gerade telefoniert. «

»Tja, wie gesagt, englische Tierärzte tragen weiße Kittel und bleiben brav in ihrer Praxis. Glaube ich zumindest. Ich sehe nämlich so selten welche. Wahrscheinlich weil sie eben brav in ihrer Praxis bleiben.«

»Hättest du Tiere, würdest du öfter welche sehen.«

»Irgendwie hab ich jetzt ein bisschen Angst vor Tierärzten. Am Ende gerate ich noch aus Versehen an einen Iren.«

Wir schwiegen eine Weile, dann lachten wir beide gleichzeitig los. Nur dass sich mein Lachen in Weinen verwandelte. Eoin legte den Arm um mich und drückte mich sanft an sich, bis ich mich wieder beruhigt hatte.

»Was ist los?«, fragte er leise. »Ist es wegen Deirdre?«

»Ja. Nein. Also, auch wegen Deirdre, natürlich. Aber jetzt gerade eher wegen dir, weil ich so dumm war. Und weil das arme Pferd da draußen herumläuft und vielleicht stirbt. Wieso stirbt es eigentlich? Hier ist doch überall Gras und Wasser?« Ich schniefte.

»Es ist ein Zuchtpferd und hat einmal sehr viel Geld gekostet. Es kennt sich in der freien Natur nicht aus, weil es daran gewöhnt ist, dass es gefüttert wird. Jemand muss ihm die Hufe auskratzen, sonst entzünden sie sich. Es braucht das gewohnte Futter, sonst bekommt es eine Kolik. Und so weiter. Es ist ein bisschen, wie wenn man eine Londonerin in die irische Wildnis setzt. Mit Stöckelschuhen und Laptop. Sie wird überall nach einer Steckdose suchen und keine finden, und sie wird Blasen an den Füßen vom vielen Herumlaufen in der hügeligen Landschaft bekommen.«

Ich kicherte trotz allem ein bisschen. »Ich trage keine Absätze. Ich habe mir den Fuß einfach so verknackst.«

»Du weißt, was ich meine.«

»Was ist mit dem Besitzer?«

Eoin schüttelte den Kopf. »Als die Leute während des Aufschwungs viel Geld gemacht haben, kauften sie sich alles, was für sie Status ausmachte. Unter anderem auch edle Reitpferde, Zuchtpferde, Rennpferde. Und jetzt nach der Krise haben sie kein Geld mehr, für sie zu sorgen. Sie setzen sie einfach aus.«

»Siehst du, dein Vergleich hinkt. Londonerinnen würde niemand einfach so aussetzen.«

»Da wäre ich mir mal nicht so sicher an deiner Stelle.«

Ich stellte ihm tausend Fragen, weil ich mehr über die Pferde wissen wollte. Er erzählte mir, dass der Tierschutzbund schon tat, was in seiner Macht stand, aber es waren einfach zu viele Pferde. Tausende irrten durch Irland. Sie verhungerten oder verdursteten, weil sie sich nicht selbst versorgen konnten, oder sie wurden von Autos erwischt, weil sie erschöpft und desorientiert waren. Sie verletzten sich und gingen an den Entzündungen zugrunde. Eoin und seine Freunde hatten einen kleinen Verband gegründet, der die Pferde im County einsammelte, aufpäppelte und dann weitervermittelte. Eoin stellte die Ställe und Futter zur Verfügung.



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